Ergebnis Handelsumfrage 09

Nur billige Arbeitskräfte?

Umfrage unter den Lehrlingen im Handel zeigt dass Jugendliche oft mehr arbeiten müssen, als sie eigentlich dürfen!!!

Viel Arbeit, wenig Geld – so lässt sich die Situation der Lehrlinge im Handel kurz und bündig auf den Punkt bringen. “Daran hat sich seit Jahren leider wenig geändert”, klagt die GPA-djp Jugend. Denn obwohl Lehrlinge eigentlich Jugendliche in Ausbildung sind, müssen sie im Betrieb oft als billige Arbeitskräfte herhalten. Die GPA-djp Jugend hat auch heuer wieder eine Umfrage unter den Lehrlingen im Handel durchgeführt. Vor allem bei den Überstunden und der Samstagsarbeit liegt einiges im Argen: Immerhin mussten zwei Drittel der Lehrlinge bereits Überstunden leisten – was jedoch laut Kinder- und Jugendlichen-Beschäftigungsgesetz für Lehrlinge unter 18 verboten ist! 8 % haben diese Überstunden noch nie abgegolten bekommen. Hier liegt also ein offener Rechtsbruch der Arbeitgeber bzw. der Ausbildungsbetriebe vor.

Samstag, Sonntag!
Erschreckend ist auch, dass ein Fünftel der Befragten an mehr als zwei Samstagen pro Monat am Nachmittag arbeiten muss. Nach aktueller Rechtslage ist das allerdings nicht zulässig. Immerhin 12% mussten schon unfreiwillig am 8. Dezember arbeiten. Kein Wunder, dass fast alle Lehrlinge (97,3 %) das Arbeiten am Sonntag ohne Wenn und Aber ablehnen. Die Hälfte würde unter solchen Umständen sogar den Job wechseln.

Internatskosten!
40 % der Befragten müssen ins Berufsschulinternat, jede/r Zweite muss die Kosten selbst bezahlen, obwohl es im Kollektivvertrag Handel eine Regelung gibt, dass den Lehrlingen mindestens 50 % der Lehrlingsentschädigung verbleiben müssen. Diese wird aber  offensichtlich nicht eingehalten. Daher fordern wir die volle Übernahme der Internatskosten durch die Arbeitgeber, um diesen Missstand endlich zu beseitigen.

Lehrlingsentschädigung!
Es überrascht auch nicht, dass 56 % mit der Höhe ihrer Lehrlingsentschädigung unzufrieden sind. Die GPA-djp Jugend fordert: Die Lehrlinge sollten die Förderungen für den positiv absolvierten Praxistest erhalten,  außerdem sollen sie die gesamte Fördersumme für die mit “Auszeichnung” und “gutem Erfolg” abgelegte Lehrabschlussprüfung. Darüber hinaus, ist es wichtiger denn je, verstärkt zu kontrollieren, ob die Ausbildungsbetriebe die Gesetze zur Jugendbeschäftigung einhalten. Die Lehrlinge haben ein Anrecht auf eine gute und qualitativ hochwertige Ausbildung – und nicht auf unbezahlte Mehrarbeit!

Die Ergebnisse der Handelsumfrage 2009 als PDF-Dokument zum downloaden.


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